Bei diesem Bachfest zählten wohl die Aufführungen von Messen und weiteren Chorwerken durch den Thomanerchor aus Leipzig zu den Highlights. Mit grösster Anstrengung glückte die «Freigabe» der Thomaner bei der restriktiven Regierung der damaligen DDR. Bestimmt erinnern sich ältere Schaffhauser an die Situation, als die Thomaner-Knaben bei Schaffhauser Bach-Freunden ihre Unterkunft erhielten. Nun mussten sie in der evangelischen Heimstätte Rüdlingen «kaserniert» werden. Abgesehen von der immer strenger werdenden und unkooperativen Haltung der ostdeutschen Regierung lehnten jene «Herrscher» die privaten und für sie politisch zu gefährliche Unterbringung der Jugendlichen ab. Dies hatte zur Folge, dass solche Auftritte in der Geschichte des Bachfestes Schaffhausen leider für die restliche Lebens-Zeit der DDR unmöglich geworden waren.
Im gleichen Jahr waren wohl die beiden Orchesterkonzerte, das eine mit The Academy of St. Martin-in-the-Fields aus London und das andere mit dem Kölner Kammerorchester, weitere Höhepunkte. Einmal mehr gastierte die Cembalistin Zuzana Ruzickova – mit ihrem unvergesslichen und virtuosen Spiel – gleich mit zwei Kammermusikabenden im Stadttheater. Die wie immer das Bachfest abschliessende h-Moll-Messe erfolgte im St. Johann durch den Münchner Bach-Chor mit dem Dirigenten Karl Richter. Es war wohl der Anfang seiner grossen Karriere in Schaffhausen, die sich dann ins Ansbach und ganz Europa fortsetzte.

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