Im Vorfeld der Generalversammlung der IBG fand in der Rathauslaube ein hochkarätiges Konzert mit Künstler:innen der Alte-Musik-Szene und einem Referat vor zahlreich anwesendem Publikum statt. Ermöglicht wurde diese Veranstaltung durch die „Stiftung Schlösslistieg“, einer Unterstiftung der Philantropy Foundation der UBS, bei der sich Pfarrer Wolfram Kötter, Präsident der IBG, in seiner Begrüssung herzlich bedankte.

Mit ihrem Referat «Echt Bach?» über Stilistik, Überlieferung und Intuition führte Dr. Christine Blanken, stv. Leiterin Forschung am Bach-Archiv in Leipzig, in das Werk ein. Der spannende und unterhaltsame Vortrag befasste sich mit der Echtheitsforschung der Werke von J.S. Bach. Nicht alle Werke, die im Bachwerkverzeichnis BWV2 als von ihm komponiert aufgeführt waren, stammen von ihm, sondern von anderen Komponisten und waren von Bach bearbeitet worden. Zu jener Zeit waren solche Überarbeitungen und Variationen nichts Aussergewöhnliches. Bachs Musik, die vielen ein Vorbild war, wurde von etlichen Komponisten abgeändert und weiterentwickelt. Bach selber überarbeitete und änderte seine eigenen wie auch fremde Werke ebenfalls, z.B. für andere Instrumente, in anderer Tonart oder mit neuen Gesangstexten. Die Bachforschung untersucht nun minutiös die originalen Notentexte, um deren Echtheit anhand von diversen Merkmalen wie Notenschriftbildern, Datierungen, Widmungen etc. zu überprüfen.

Das Spitzenensemble „Gli Incogniti“ mit der Meistergeigerin Amandine Beyer, Manuel Granatiero, Traversflöte, Baldomero Barciela, Viola da Gambe, und Anna Fontana, Cembalo, führte Werke von Johann Sebastian Bach und seinem musikalischen Umfeld auf. Die authentischen Instrumente aus der Zeit J.S. Bachs wurden von allen vier Künstler:innen meisterhaft und virtuos gespielt. Die Einzelstimmen bekamen durch die historische Spielweise ein zartes Profil. Die Freude, mit der das Ensemble auch in sehr hohen Tempi nie angestrengt, sonder locker und leicht spielte, war jederzeit herauszuhören. Eröffnet wurde das Konzert mit der Triosonate in G-Dur (BWV 1038), gefolgt von J.G. Pisendels Sonate in c-Moll (BWV 1024). Die Trisonate in c-Moll (BWV 1079), einem Spätwerk Bachs, stand im Zentrum des Konzerts und wurde vom Ensemble mit Leichtigkeit und höchster Virtuosität vorgetragen. Nach der Pause erklangen die Sonate d-Moll (BWV 1036) von C.P.E. Bach und die Trisonate in D-Dur, die J.S. Bach zugeschrieben wird (BWV 1028), beide ebenfalls meisterlich gespielt. Als Zugabe wurde für das begeisterte Publikum noch die ruhige dreistimmige Invention BWV 791 aufgeführt.

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